Warmhalteöfen

Warmhalte- und Speicheröfen werden in kontinuierlichen und diskontinuierlichen Schmelzbetrieben eingesetzt. In kontinuierlichen Gießbetreiben kann es zu unvorhersehbaren Störungen kommen, so dass Warmhalte- und Speicheröfen dort auch als „Puffer“ eingesetzt werden.

In diskontinuierlichen Schmelzbetrieben stellen Warmhalte- und Speicheröfen die Verfügbarkeit von gießbereitem Metall in ausreichender Menge und mit konstanter Metalltemperatur sicher.

Der hier dargestellte Warmhalteofen wurde von der Tegisa GmbH geplant, gefertigt, montiert und 2019 in Betrieb genommen und dem Kunden zur Produktion übergeben.

Der Warmhalteofen dient zur Aufnahme einer Flüssigmetallmenge von verschiedenen Schmelzöfen und zum Befüllen von mehr als 10 Vergießöfen. Um diese Öfen zu erreichen, ist der Warmhalteofen fahrbar ausgeführt und steht auf einem 80 Meter langen Fahrweg. Am Ende des Fahrweges befindet sich die Ofen-Park-Position, in der ein sicherer Zugang für Wartungs- und Reinigungsarbeiten gegeben ist. Die Nutzmenge im Gießbetrieb beträgt 3,5 t und die Anschlussleistung ist 275 kVA.

 

Zum dosierten Befüllen der Vergießöfen ist der Warmhaltofen druckdicht und in Siphonbauweise ausgeführt. Der Einfüllsiphon nimmt das flüssige Metall aus den kippbaren Schmelzöfen auf, über den Gießsiphon gelangt die Schmelze aus der druckbeaufschlagten Ofenkammer in den Vorherd und wird dort mit einer pneumatisch betätigten Stopfensteuerung in den Vergießofen dosiert. Dabei wird der Metallbadstand im Vorherd mittels Drucksteuerung konstant gehalten. Wägezellen zwischen Ofen und Fahrwagen messen die Gewichtsdifferenz für die Betätigung der Stopfensteuerung.

Der Warmhalteofen wird mit Elektroantrieben verfahren und erreicht im Automatikbetrieb auf der gesamten Fahrstrecke von 80 Metern eine Positioniergenauigkeit von ± 1 mm.

Alle Baugruppen wie Leistungsschränke, Steuerschrank, Drucksteuerung und Gasbrennerstation, die ofennah positioniert werden müssen, sind auf dem Fahrwagen platziert.

Medien wie Erdgas, Stickstoff, Druckluft und Kühlwasser werden mit einer Energiekette (Medienschleppkette) zum Ofenfahrwagen geführt.

Die Stromanschlüsse für die Leistungs- und Steuerungskomponenten erfolgen über mitfahrende Doppelstromabnehmer, die auf fest verbauten Schleifkontaktschienen sitzen. Zusätzlich zu den Schleifkontaktschienen sind entlang des Fahrweges noch eine WLAN-Kommunikationssystem, eine redundantes Wegmesssystem und eine positionsunabhängige Absaugung installiert.

Bei einem Induktorwechsel oder für das Entleeren der Schmelze kann das Ofengefäß hydraulisch bis zu 95° Grad gekippt werden.